Corona geht, die Hoffnung bleibt

„Hoffnungsfahnen“ des ejw wehen über der Kocherbrücke

Eine Antwort auf die Fragen „was macht dir gerade Hoffnung und Mut?“ oder „wofür bist du dankbar?“ war für manche erstmal gar nicht so leicht zu finden. Für 2 Wochen saßen Mitarbeitende des Ev. Jugendwerks am Treffpunkt neben der Kocherbrücke und stellten diese Fragen. Passanten konnten ihre Antworten auf Stofffahnen malen oder schreiben und viele gingen zunächst achselzuckend vorbei. Sind doch momentan nur schlechte Nachrichten zu hören und zu sehen. Da ist kein Platz für „good news“. Aber mit der Zeit füllten sich die Fahnen. Menschen machten sich Gedanken, fanden Antworten und den Mut, diese zu veröffentlichen. Und es wurde bunt und vielfältig. Der eine freute sich auf die Bundesliga oder Eisdiele, der andere war dankbar für unser Gesundheitssystem oder ein schönes Lied. Kinder malten Traktoren, Blumen, Herzen und viele Dinge, die ihnen gerade Freude bereiten. Christen sprachen von Glaube an ihren Gott und unendliche Liebe, die ihnen Hoffnung macht. Und auch so mancher Scherzkeks war unter den Künstlern, so z.Bsp. einer, der schrieb, Corona würde schnell kaputt gehen, es sei ja schließlich „made in China“. Viel Dankbarkeit, viel Mut, viel Erfreuliches ist hier zu lesen. Für manche war die Aktion an sich ein Hoffnungsschimmer. Einfach am Treffpunkt mal wieder ein paar Leute treffen, sich unter Einhaltung der Abstandsregel auszutauschen, zu reden, zu lachen und dabei Hoffnungszeichen für andere Menschen zu veröffentlichen und ihnen damit Mut zu machen.

Das Konzept ist auf jeden Fall aufgegangen. Das ejw wollte mit dieser Aktion bewusst völlig ergebnisoffen Hoffnungszeichen aller Menschen veröffentlichen. Und so hängen nun Glaubenssätze und Bibelverse neben anderen Lebensweisheiten und Zeichen von Dankbarkeit. Was bleibt ist die Hoffnung, und diese stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Das Glaubensbekenntnis von Dietrich Bonhoeffer fasst den Gedanken der Fahnenaktion in schöne Worte und passt erstaunlich gut in die heutige Zeit:

Ich glaube,

dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.
Dafür braucht er Menschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.
Aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen.
In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind,
und dass es Gott nicht schwerer ist,
mit ihnen fertig zu werden,
als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Faktum ist, sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet
und antwortet. Amen

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